Crikvenica 2007

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Dienstag, 07. August 2007

 

Altötting(BY) – Crikvenica(HR)

6.30 Uhr aufgestanden, schnell gefrühstückt, Sachen verstaut. Mama geht mit Elvis noch mal Gassi. Wir verabschieden uns und starten um 8.15 Uhr Richtung Kroatien. Den ersten Stopp legen wir nach der ersten Kurve ein – Thermoskanne mit Kaffee vergessen. Bei der Gelegenheit geht Papa noch mal aufs Klo und dann geht’s wirklich los. Wetter ist optimal. Wir nehmen die Strecke entlang der Salzach und kaufen bei Salzburg die österreichische Maut-Vignette (das „Pickerl“), Gültigkeit: 10 Tage, Preis: 7,60 €. Wir fahren auf der Tauern-Autobahn Richtung Villach und werden an diversen Mautstellen zusätzlich zur Kasse gebeten.

Der erste größere Tunnel ist der Tauern-Tunnel mit ca.6400 m. Hier gibt’s pro Richtung nur eine Spur aber der Verkehr hält sich in Grenzen und wir kommen ohne Probleme auf die andere Seite des Berges. In der Mitte des dritten großen Tunnels, des Karawanken-Tunnels (über 7 km), beginnt slowenisches Gebiet und unsere Navigation verabschiedet sich. Bei der Passkontrolle vor dem Tunnel wurden wir durchgewunken. In Slowenien fahren wir auf einer schönen neuen Autobahn nach Ljubljana. Die Maut ist im Vergleich zu Österreich lächerlich.

In der slowenischen Hauptstadt versuchen wir die Richtungsschilder nach Kroatien nicht zu verlieren und landen doch einmal in der falschen Spur. Mama schlägt vor, in einer der vertraut klingenden Supermarkt-Ketten noch ein letztes mal für D-Mark (?) einzukaufen. Wir verwerfen die Idee, denn wir wollen heute noch ankommen. Auf der Autobahn hinter Ljubljana biegen an einem Schild nach Rijeka auf eine Landstraße und fahren dann stundenlang Kolonne bergauf-bergab; kommen dann aber doch irgendwann in Kroatien an. An der Grenze werden 2x kurz die Ausweise gecheckt und wir sind wieder auf einer nagelneuen und fast leeren Autobahn. Nicht lange und wir erreichen Rijeka. Das wir nicht bleiben steht fest aber wir durchqueren die Altstadt und staunen über den anschließenden Blick über die Bucht, so dass wir einen kurzen Stopp auf einem Parkplatz mit Aussicht einlegen. Entlang der Kvarner Küste verdichtet sich der Verkehr und es tauchen immer mehr Schilder mit Sobe- und Apartmani-Aufschrift. Wir nähern uns also dem Urlaubsgebiet. In Crikvenica tanken wir und gehen in eine Zimmervermittlung. Dort schüttelt man dann erst mal den Kopf nach unserer Frage nach einer Unterkunft, telefoniert dann aber doch mit einem Anbieter etwas außerhalb. Dort könnten wir für 65.- €/Nacht unterkommen. Hört sich nicht schlecht an. Wir werden von der Biene auf ihrer Vespa hingeleitet, müssen wieder wie damals in La Spezia über steile Gassen folgen und erreichen das einsame Gehöft. Papas Bauchgefühl sagt nach der Inspizierung „Nein“ und die Biene telefoniert noch paar mal mit ihrer Zentrale, kann uns aber nur Luxusappartments ab 300,- € aufwärts anbieten. Das war dann wohl nichts. Leichte Panik macht sich breit; aber es ist ja noch früh am Tag – so ca. 18.00 Uhr.

Zurück Richtung Rijeka sehen wir nach kurzer Zeit ein Schild „Haus Marija“ – Freie Zimmer. Wir fragen nach und Marija bietet uns ein Zimmer mit Aufbettung für 15,- €/Person an. Frühstück 5,- €. Die Sache ist gebongt.

Das Zimmer ist alles andere als luxuriös und mit der Aufbettung geht nicht mal mehr die Tür auf. Außerdem verläuft in ca. 100 m Entfernung die Hauptverkehrsader Kroatiens; Ruhe haben wir zu Hause genug…

Nachdem wir uns frisch gemacht haben überqueren wir die Haupstraße und steigen, an einem wildgewordenen dreiköpfigen Bobtail vorbei, die steilen Gassen hinab zum örtlichem Badestrand. Max und Papa springen gleich ins glasklare Wasser der Adria und Papa humpelt kurz danach mit schmerzverzehrtem Gesicht wieder heraus. Dieser Badespass funktioniert wegen der Steine nur mit Schuhen.

Anschließend schlendern wir noch die Strandpromenade entlang und bemerken langsam ein Hungergefühl. Da wird uns bewusst, dass wir noch gar kein kroatisches Geld besitzen und uns nicht mal ein Eis kaufen könnten. Also suchen wir einen Bankomat und finden natürlich keinen. Nach einigem Hin- und Hergerenne gehen wir in ein besseres Restaurant und speisen auf der Terasse gut auf Kreditkarte.

Die Sonne ist untergegangen, die Lichter der gegenüberliegenden Insel Krk beginnen zu leuchten und neben uns feiert eine Mafia-Familie. Mama macht mit ihrem Getränk die Speisekarte zunichte, die wir dann als Souvenir in unserer Tasche verschwinden lassen.

Der Aufstieg zur Unterkunft ist wegen der mangelnden Beleuchtung etwas gruselig. Der Bobtail hat jetzt nur noch einen Kopf und mehr Angst als wir. Alle außer Papa fallen ins Bett. Papa quatscht noch mit Marijas Tochter Marija und dessen Schweizer Ehemann und bekommt dabei noch einige Ausflugstipps für die nächsten Tage.

 

Mittwoch, 08. August 2007

Crikvenica, Kacjak

Erster Urlaubstag. Wir schlafen aus und frühstücken im Frühstücksraum mit traumhaftem Ausblick auf die Kvarner Bucht mit der Insel Krk. Unser Zimmer ist eher von bescheidener Größe, soll ja aber nur vorrübergehend unsere Schlafstätte sein.

Wir setzen uns ins Auto und fahren ins Stadtzentrum. Hier herrscht das blanke Chaos. Die Stadt ist mit dem Touristenansturm heillos überfordert. Wir stellen uns auf einen Supermarkt-Parkplatz, stürzen uns ins Gewühle und ziehen am Bankomat Bargeld. Danach holen wir noch in dem Supermarkt Getränke und eine Strandmatte und verlassen die Stadt Richtung Halbinsel Kacjak. Die Badebucht an der Halbinsel, angeblich ein Geheimtipp, ist gut besucht aber trotzdem ganz idyllisch. Max legt seine Taucher-Ausrüstung an und fotografiert die Fischwelt. Wir gehen abwechselnd baden oder lassen uns von der Sonne grillen. Dank Mama sind wir alle zuverlässig mit Sonnenschutzfaktor 3000 eingeschmiert. Auch hier ist der Untergrund steinig aber das Wasser klar wie im Schwimmbad.

Nach einigen Stunden haben wir genug und fahren zurück zum Hotel. Dort wird ein wenig abgegammelt, gelesen und geschrieben. Anschließend steigen wir hinab zum Strand aber diesmal nicht vorbei am dreiköpfigen Bobtail, sondern an einer anderen Stelle. Dort passieren wir eine Schule mit Sportplatz, eine Kirche sowie einen Friedhof mit exklusivem Panoramablick. An einem Kiosk kaufen wir Postkarten und ein Croatia-Basecap für Max.

Auf der Suche nach einem preiswerten Restaurant landen wir in der Pizzeria „Neptun“. Wir nehmen uns einen Tisch im Freien, bestellen Spaghetti, Rindersuppe und Familienteller. Pizza gibt’s nicht. Die Suppe schmeckt so ähnlich wie das Adria-Wasser, das man beim Tauchen versehentlich schluckt – allerdings war die Suppe weniger salzig und nicht so warm. Es fängt an zu regnen und irgendwie gehen auf unserem Tisch einige Gläser zu Bruch.

Auf dem Rückweg weigert sich Mama wegen der Dunkelheit den direkten Aufstieg zu nehmen und schlägt mit Jule einen „sicheren“ Umweg ein. So treffen Maxe und Papa ca. 1 Std. vor den beiden Mädchen in der Unterkunft ein.

Da sich die beiden die nächtliche Landstrasse mit etlichen LKWs teilen müssen, zieht sich Mama bei einem Rettungssprung ins Gebüsch nicht unerhebliche Blessuren an Armen und Beinen zu.

Um 23.00 Uhr liegen alle im Bett.

 

Donnerstag, 09. August 2007

 

Crikvenica

 

  • Umzug in zwei schönere Zimmer mit Panorama-Ausblickk(eins davon im 70er-Jahre-Polster-Style)
  • Baden und Faulenzen am Strand

 

Freitag, 10. August 2007

 

Plitwitzer Seen (Plitvička Jezera)

 

Am dritten Urlaubstag stehen wir wie gewohnt so gegen 9 Uhr auf und essen wieder wie gewohnt unser Frühstück. Auf dem heutigen Tagesplan stehen die Plitwitzer Seen, ein Nationalpark im Landesinneren, bestehend aus 16 Seen, die mit Wasserfällen verbunden sind und laut Reiseführer ein einmaliges Naturschauspiel darstellen. Zudem gehört der „nacionalni park plitvička jezera“ seit 1979 zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Wir fahren ca. 10:30 Uhr los. Da nicht sehr viele Straßen von der Küste ins Landesinnere führen, müssen wir erst am Meer entlang Richtung Senj fahren. Währenddessen können die meisten von uns die Sicht auf die vielen kleinen Buchten, das Meer und die felsigen Landzungen der kroatischen Inseln am Horizont genießen. In Senj biegen wir dann ab und kommen über viele Auf und Abs auf Serpentinas und Harnadelkurvačkas und an etlichen Käse-Verkaufsständen vorbei schließlich in den hinteren Teil Kroatiens. Dieser stellt mit seiner hügeligen, dünn besiedelten Landschaft einen starken Kontrast zu dem lauten, von Touristen wimmelnden Küstenregionen dar. Hier und da erblickt man eine Kuh oder ein paar Schafe, die Häuser tragen häufig noch Spuren des Krieges in den 90er Jahren (Einschusslöcher, zerbombte Ruinen). Aus unserem Reiseführer und den Warnschildern entlang der Straße wissen wir, dass sich abseits der Hauptstraßen auch noch Landminen befinden können, weshalb wir es vermeiden, irgendwo anzuhalten um Mama pullern zu lassen. Zu der trostlosen Atmosphäre der Gegend gesellen sich auch noch dichte, tief hängende Wolken und stetig sinkende Temperaturen.

Wie es uns Mama Marija schon zum Frühstück versprochen hat, kommen wir nach ca. 2 Stunden am Nationalpark an und ärgern uns gleich erst mal über die chaotischen Zustände des „Parkplatzes“, der eigentlich nur aus ein paar Waldwegen besteht. Irgendwann finden wir aber einen Abstellplatz für unser Auto und machen uns zum Eingang des Nationalparks auf, natürlich erst nachdem Mama pullern durfte. Dort angekommen steuern wir zu allererst auf das „Buffet“ an, also da wo es Essen und Kaffee gibt. Mama nimmt einen Milchkaffee, Papa einen Kaffee (der in einer Puppentasse serviert wird) und einen Hot Dog, Max einen Cheeseburger und Jule ein Sandwich. Als unsere Mägen erst mal einigermaßen gefüllt sind gehen wir also in den Nationalpark hinein und kaum haben wir unsere Füße über die Schwelle gesetzt, fängt es an zu tröppeln. Schlau wie wir sind, haben wir aber natürlich vorher schon regenfeste Kleidung angezogen oder zumindest einen Schirm mitgenommen, so dass wir feuchtfröhlich ins „Abenteuer“ stürzen können. Bereits am ersten Aussichtspunkt werden „ein paar Filme verknipst“. Über Gehweg-Serpentinen mit erheblichem Gegenverkehr gelangen wir langsam aber stetig näher an die untersten Seen heran. Leider wird der Regen gleichzeitig langsam aber stetig stärker. Am ersten See angekommen bewundern wir die türkis-blaue Farbe des Wassers und die extreme Fülle an Fischen, die sich am Ufer tummeln. Wieder werden viele Fotos geknipst. Nun gehen wir über rutschige, schmale Holzbrücken und gelangen ans andere Ufer des Sees. Es scheinen nun nur noch Leute aus dem Park rauszuwollen, so viele kommen uns entgegen. Wir finden eine einigermaßen trockene Höhle oberhalb des Sees mit rutschigen Steinstufen aber schöner Atmosphäre und Ausblick. Wir gehen die Stufen durch die Höhle hoch und kommen oben in einem Wald wieder heraus. Zu unserer Erleichterung führt dieser Weg auch wieder hinaus aus dem Park, denn durch den immer stärker werdenden Regen, der uns allmählich bis auf die Knochen durchweicht, verspüren wir nur noch den dringenden Wunsch an einen trockenen Ort zu kommen. Auf dem Rückweg zum Parkausgang nimmt der Regen schon Monsun-Charakter an, die Wege bestehen nur noch aus matschigen Pfützen und unsere regenfeste Kleidung hilft auch nicht mehr. Am letzten Aussichtspunkt wird noch mal kurz der schaurig-schöne Anblick des verregneten und nebligen Tals festgehalten. Bevor wir uns aber auf die Suche nach unserem Auto machen, gehen wir in den Souvenir-Laden, denn wenn wir schon nicht sehr viele Eindrücke des einmaligen Naturschauspiels Plitwitzer Seen mitnehmen können, dann doch wenigstens ein paar kaufbare Andenken. Also besorgt sich Papa ein schönes Poster für sein Arbeitszimmer und einige Postkarten zum verschicken (auf denen man wenigstens sieht, wie es bei schönem Wetter aussehen könnte) und die übrigen ein Eis. Das Auto finden wir dann auch irgendwann. Die nassen Sachen werden ausgezogen und fast alle gehen noch mal im Gebüsch pullern. Schließlich treten wir die Rückreise an, nachdem wir nur 2 ½ Stunden im Park waren. Der Ausflug wird schließlich als ziemlich gescheitert abgestempelt…

 

Samstag, 11. August 2007

Crikvenica

  • lange im Zimmer rumgegammelt
  • bis ins Zentrum von Crikvenica gelaufen und wieder zurück (anstrengend)
  • im Internet-Cafe Emails gecheckt

 

Sonntag, 12. August 2007

 

Pula

 

Mama und Papa stehen wie gewohnt zuerst auf und wecken anschließend die Kinder. Wie am Tag zuvor sträubt sich Max vor dem Aufstehen, so dass am Frühstückstisch wieder 1/4 der Familie fehlt.

Irgendwann schaffen wir es dann aber doch ihn aus den Federn zu locken, denn heute wollen wir nach Pula fahren. Dieses beschauliche Städtchen liegt am untersten Zipfel der Halbinsel Istrien und ist vor allem wegen seiner historischen Sehenswürdigkeiten interessant für uns, denn wir kennen ja schon so einige antike Gebäude von unseren Italien-Reisen und sind gespannt, welche Zeichen die alten Römer in anderen Ländern hinterlassen haben bzw. welche im Laufe der Jahrtausende erhalten geblieben sind.

Wir fahren, später als erhofft, so gegen 11 Uhr los und kommen dank der niegel-nagel-neuen Autobahn nach etwa 1 ½ Stunden an. Wir fahren direkt ins Zentrum und finden auch auf Anhieb einen Parkplatz am Hafen, was vielleicht auch daran liegen mag, dass heute Sonntag ist und deshalb nicht so viel los ist. Zwei Schritte von unserem Parkplatz entfernt ist auch gleich das interessanteste Gebäude in Pula, das römische Amphitheater, errichtet im 1. Jh. aus südistrischem Stein mit Platz für 30.000 Menschen. Es ist angeblich das sechstgrößte römische Bauwerk der Welt und wie wir feststellen braucht es sich nicht vor einem Vergleich mit dem Collosseum in Rom zu scheuen. Außerdem ist Max diesmal etwas gnädiger und bearbeitet es nicht mit einem Eisennagel (wie 2003 in Rom). Wir laufen also einmal in der Arena herum und nehmen auch mal Platz auf der alten Tribüne. Heutzutage dient das Gebäude übrigens nicht nur als historisches Anschauungsobjekt, sondern auch als Open-Air-Konzerthalle, denn wie wir den zahlreichen Postern in der Stadt entnehmen können, treten hier ständig Künstler auf (z.B. Norah Jones, Zucchero) oder es werden Opern und Ballette vorgetragen. Es werden Fotos und Videos gemacht und dann noch schnell die antiken Fundstücke (Pfeilspitzen, Schmuck, etc.) bestaunt. Ein Abstecher in den Souvenir Shop darf natürlich auch nicht fehlen, dort erstehen wir eine alte Landkarte von Pula, eine römische Öllampe und Postkarten. Mama holt sich außerdem noch auf der Straße einen Römerkopf aus Stein, der von arbeitslosen, behinderten Frauen geklöppelt wurde.

Danach schlendern wir durch enge Gässchen, die an Italien erinnern und suchen nach einem Restaurant, denn wir bekommen langsam Hunger. Irgendwann finden wir dann auch eins. Es heißt „Debeli i Mršavi“, was bei uns wohl so etwas wie „Dick und Doof“ heißen würde, denn Laurel und Hardy grinsen uns sowohl von der Wand des kleinen Restaurants als auch aus der Speisekarte fröhlich an. Wir essen Salat, Schnitzel, Cordon Bleu und Palatschinken mit Schokolade. Der Kellner erinnert irgendwie an Dracula, ist aber trotzdem nett. Das Frauenklo hat zwar eine Lampe, aber keinen Lichtschalter dafür. Nachdem unsere Mägen gefüllt sind, schlendern wir weiter die kleinen Gassen mit etlichen Souvenir-Shops entlang. Wir kommen auf ein Forum mit vielen kleinen Cafés und dem Augustus-Tempel, einem weiteren gut erhaltenen römischen Bauwerk (erbaut 2 – 14 n.Chr.). Noch ein Stück weiter und wir erreichen einen weiteren Platz auf dem der Sergierbogen steht (erbaut 29 – 27 v.Chr.). Unser nächstes Ziel ist die Markthalle, die zwar nicht römischen Ursprungs ist, dafür aber im Jugendstil erbaut wurde, was uns natürlich auch interessiert. Dort angekommen sucht Papa erst mal nach einer Toilette. Seltsamerweise besitzt das modernste Café vor Ort nur ein vorsintflutliches Loch im Boden. Nachdem er dann aber doch noch ein ordentliches Klo gefunden hat und die Kinder ein Eis gegessen haben, schlendert die Familie wieder zurück zum Hafen. Eine kleine Verschnaufpause auf einer Parkbank dient auch dazu den weiteren Verlauf unseres Ausfluges zu planen. Wir entscheiden, dass wir zurück nach Crikvenica fahren, auch wenn Mama gerne noch das Kastell angucken möchte, aber wir versprechen ihr, dass wir das beim nächsten Mal angucken. Also machen wir uns halb sechs auf den Rückweg.

In Crikvenica angekommen geben wir noch die leeren Flaschen beim Plodine Supermarket ab, kaufen Getränke ein und fahren nach Kačjak um noch mal schnell ins Wasser zu hüpfen und den Sonnenuntergang zu beobachten. Nachdem Jule Thomas angerufen hat um nach dem Rechten zu fragen, fahren wir zurück zum Haus Marija und lassen den Tag bei einer Flasche Rotwein ausklingen.

 

 

Montag, 13. August 07

 

Crikvenica, Šilo (Krk)

Max beehrt uns dieses Mal doch tatsächlich mit seiner Anwesenheit am Frühstückstisch! Allerdings macht ihm das Brot in Verbindung mit seiner Zahnspange zu schaffen, also wird er wohl die nächsten Tage wieder nicht dabei sein.

Papa ratzt nach dem Frühstück wieder ein Stündchen und dann machen wir uns langsam auf Richtung Tourist Information, denn wir wollen ja heute mit dem Glass Boot fahren. Dort angekommen sagt uns die nette Dame mit ihrem gebrochenen Deutsch nach einem kurzen Telefonat, dass das Boot nicht extra für uns 4 Personen in Dramalj halten wird und wir deshalb ins Zentrum von Crikvenica laufen müssen. Allgemeines Gestöhne und schlechte Laune sind die Folge, denn bis dorthin ist es doch ein Stückchen zu laufen, wie wir schon am vierten Urlaubstag festgestellt haben. Zu allem Überfluss kommt noch dazu, dass wir nur ca. 1 ½ Stunden für den Marsch haben und es zwar bewölkt, aber auch sehr warm ist. Also willigen wir widerwillig ein und machen uns auf den Weg, nachdem wir bezahlt haben. Wir kommen dann aber doch früher an als erwartet, was die Laune wieder etwas hebt und uns noch etwa eine ¾ Stunde zum verschnaufen gibt. Wir setzen uns in einen kleinen Park am Hafen und essen Kekse. Dann schlendern wir lässig zu der von Cafés gesäumten Promenade und gönnen uns ein Eis.

10 vor 2 finden wir uns dann am quietschgelben Glass Boot ein, wo schon eine kleine Traube sich bereit hält um aufs Boot zu kommen. Wir setzen uns um eines der großen Unterwasser-Bullaugen herum und sehen erst einmal nicht viel. Als das Boot sich dann aber zu bewegen beginnt, sieht man den steinigen Boden des Hafens unter sich vorbei ziehen. Mehr bekommen wir dann allerdings nicht zu sehen, denn sobald das Boot den Hafen verlässt und an Fahrt gewinnt, sehen wir nur noch viele winzige Blubberblässchen am Bullauge vorbeiziehen, mehr nicht. Etwas enttäuscht von diesem Nichts lenken wir unsere Blicke auf die vorbeiziehende Küstenlandschaft vom Festland und der Insel Krk und suchen das Gebiet nach unserem Haus Marija ab, was wir allerdings nicht so richtig ausmachen können. Das Boot düst bis nach Kačjak, wo man den FKK-lern beim Baden zusehen kann, und wendet dann Richtung Krk. An der Küste von Krk angekommen wird das Boot nun langsamer und wir können plötzlich durch das Unterwasser-Auge den Meeresboden mit vielen Seeigeln, Fischen und anderem Getier ausmachen. Eifrig werden Fotos und Videos gemacht. Auch wenn es nicht ganz so aussieht wie auf den Werbeplakaten des Glass Boots, freuen wir uns doch diese Unterwasser-Welt bestaunen zu dürfen. Nach einer Weile wird das Boot dann wieder schneller und die Meerboden-Sightseeing-Tour ist beendet. Wir erfahren, dass das Boot im Hafen von Šilo auf Krk halten wird und wir dort eine Stunde Zeit haben, bevor es wieder zurück nach Crikvenica geht. Wir gucken uns das Meer nun also von der anderen Seite an und sind auch hier wieder erstaunt zu sehen, wie unglaublich klar das Wasser ist. An einem Kiosk kaufen wir wieder die obligatorischen Postkarten, außerdem die „Adria Zeitung“ (angeblich eine Zeitschrift für Urlauber in Kroatien, welche aber zum größten Teil aus Verbraucherinformationen, sprich Werbung, besteht) und die Süddeutsche Zeitung. Max überkommt hier an Land plötzlich großer Hunger, weshalb Papa und er in ein Bistro gehen, während Mama und Jule in einem kleinen Tante-Emma-Laden Getränke kaufen. Wir haben aber nur noch etwa eine halbe Stunde Zeit, als die Kellnerin die Bestellung aufnimmt, und wenn Max sein Essen nicht innerhalb von 3 Minuten runterschlingt, könnte es sein, dass das Boot ohne uns abfährt. Zum Glück kommt uns aber die rettende Idee, dass wir Maxes Schnitzel mit Pommes einpacken lassen können. Das wird dann auch gleich gemacht und wir schaffen es zum Boot, bevor es abfährt. Eine halbe Stunde später sind wir dann wieder auf dem Festland. Dort kann Max dann endlich sein Schnitzel verdrücken. Jule überkommt plötzlich ein starkes Verlangen nach Pizza, aber die Familie kann ja abends noch in ein Restaurant gehen.

Durchgeschwitzt wie wir sind, wollen wir noch irgendwo baden gehen, allerdings sind die Strände ziemlich überfüllt. Wir gehen dann aber trotzdem zu „unserer“ Badestelle, also die, die unserer Unterkunft am nächsten ist. Zwischen kleinen nackten Kindern planschen wir noch kurz fröhlich im Wasser herum. Mama verdrückt zusammen mit Jule ein zuvor gekauftes Achtel Riesenmelone. Dann machen wir uns wieder auf den beschwerlichen Aufstieg zum Haus Marija am Gruselpfad und den Riesenbobtails vorbei, die wir dieses Mal freilaufend und mit Frauchen antreffen. Im Haus Marija wird noch mal kurz geduscht und später gehen wir anlässlich des Weltlinkshändertages und Jules Appetit auf Pizza in das nächstgelegene Restaurant. Dummerweise haben die keine Pizza weshalb Jule schmollend die Spaghetti Mailänder Art nimmt. Es werden Postkarten geschrieben und als Nachtisch Apfelstrudel gegessen. Jule hat außerdem eine Blase am Fuß, die auf dem Heimweg dolle wehtut. Wie jeden Abend sitzen wir wieder im 70er-Jahre Zimmer und beenden den Tag mit Lesen und Kreuzworträtselraten.

 

Dienstag, 14. August 2007

 

Crikvenica

 

  • baden und faulenzen am Strand Lanterna
  • Tintenfisch

 

Mittwoch, 15. August 2007

 

Insel Krk und Krk

 

Max ist beim Frühstück nicht dabei und beschwert sich über das mitgebrachte Brot mit Nutella, isst es dann aber doch.

Wir fahren mit dem Auto über die Krčki Most, also die Brücke nach Krk und dann über die hügelige und holprige Hauptstraße an einer menschenleeren Gegend vorbei bis in die Stadt Krk. Dort wird das Auto auf einem Parkplatz abgestellt und wir laufen zum Hafen, welcher uns schon mit etlichen Souvenir- und Touristen-Ständen begrüßt. Mama ist besonders beeindruckt von den Segelschiffen. Die Sonne knallt uns jetzt schon auf die Köppe, denn es ist kein einziges Wölkchen am Himmel. Wir nehmen erst mal in einem kleinen schattigen Park Platz und beobachten die Umgebung. Max holt sich und Papa ein Eis am Stiel, Mama und Jule bevorzugen die kugelige Version. Wir bemerken einen kleinen Turm, aus dem zwei Steinköpfe herausgucken mit einer Inschrift darunter und fragen uns, was es damit auf sich hat. An einem Schild steht lediglich in mehreren Sprachen, dass dies der Hafenturm ist und er vierzehnhundertirgendwas erbaut wurde. Auf dem Stadtplan erkennen wir, dass wir uns am Eingang zur Altstadt befinden, welche durch eine kleine Mauer, zu der genannter Turm gehört, von der restlichen Stadt abgetrennt ist. Aus unserem Reiseführer erfahren wir, dass es sich hierbei um eine sehr gut erhaltene mittelalterliche Stadtbefestigung handelt, dem wir nur zustimmen können. Als wir die Altstadt betreten, fühlen wir uns wie durch ein Zeittor in eine andere Zeit versetzt. Zunächst gelangen wir auf einen Platz, die Vela placa, in dessen Mitte ein großer runder Brunnen steht, der mit einem schweren Eisendeckel verschlossen ist. Der Brunnen ist durch Steinfresken verziert, welche unter anderen den geflügelten Löwen, das Wappentier der Venezianer, zeigen. An einem Turm, der zur Stadtmauer gehört befindet sich eine große, alte Uhr, welche die römischen Ziffern von 1 bis 24 zeigt. Wir gehen weiter und betreten urplötzlich ein Labyrinth aus kleinen schmalen Gassen, die durch hohe Wohnhäuser begrenzt sind, ähnlich wie wir es schon öfters in italienischen Städten gesehen haben. Die ganze Altstadt wirkt ungewöhnlich sauber und ruhig, wohl auch wegen der nicht vorhandenen Autos, die ohnehin nicht durch die engen Wege passen würden. Viele Souvenirläden, Restaurants, Cafés und Zeitungsläden drängen sich in den schmalen Häuschen nebeneinander. Wir kommen an einer Art Museum vorbei, in dem Schiffsmodelle ausgestellt werden. Max erblickt im Schaufenster einen Katalog, in dem anscheinend verschiedene Uniformen gezeigt werden und möchte diesen natürlich gleich haben, allerdings hat das Museum nicht auf und macht auch erst am Abend wieder auf, also ziehen wir mit dem enttäuschten Max weiter. Wir kommen schließlich an der gegenüberliegenden Stadtmauer an und können durch einen Torbogen ans Wasser gelangen. Allerdings ist es hier nicht mehr so sauber, es liegen PET-Flaschen und Zigarettenschachteln herum, also machen wir nur kurz ein paar Fotos und gehen dann wieder in die Altstadt hinein. Nach einer kurzen Verschnaufpause ziehen wir weiter und kommen auf verlassenere Wege, die bergauf führen. Papa würde sich gerne in ein gemütliches Restaurant setzen, und kaum biegen wir um die Ecke, haben wir auch schon eins vor der Nase. Nachdem wir noch mal schnell Bargeld an einem Bankomat auf der Vela placa geholt haben, machen wir es uns auf den Bänken des Restaurants, zu dem außerdem noch eine Jugendherberge gehört, gemütlich. Der Kellner ist ein etwas verwirrter, schwitzender Italiener, der ständig irgendwas vor sich hinmurmelt. Aber das stört uns nicht weiter, denn wir sind ziemlich fertig von der Hitze und der brennenden Sonne und freuen uns über das kalte Mineralwasser, was wir von ihm bekommen. Mama und Jule bestellen sich jeweils eine Pizza, Papa nimmt Cevapcici und Max wie gewohnt ein Wiener Schnitzel. Dazu gibt’s für alle Tomatensalat. Hinterher verdrückt Jule auch noch einen Fruchtbecher mit Eis. Nachdem wir gezahlt haben gehen wir weiter bergauf und kommen schließlich aus der Altstadt raus in die „Neustadt“, von der wir natürlich gleich wieder total genervt sind wegen der vielen Autos. Wir kaufen uns an einem Kiosk Zeitung und Trinken und gehen wieder hinunter zum Hafen um dort noch einige Fotos zu machen. Auf einer Bank nehmen wir Platz und beobachten amüsiert ein Paar, welches leicht dilettantisch versucht, ein Boot auszuparken. Nach dieser aufheiternden Unterbrechung beschließen wir, zurück zu fahren, außerdem ist Jule ziemlich müde und hat Kopfschmerzen. Also geht es wieder über die holprige Straße über die Insel zur Brücke und dann nach Crikvenica.

Abends gehen Mama und Papa noch zu der nahe gelegenen Kirche, denn heute ist Mariä Himmelfahrt und wir haben schon vor einigen Tagen auf Plakaten gesehen, dass dort heute irgendwas stattfinden soll. Ernüchternd stellen sie dann aber fest, dass es sich dabei um Gottesdienste handelte, von denen die letzte um 19 Uhr statt gefunden hat. Also setzten sie sich noch in das Restaurant Sirena und unterhalten sich beim Wein. Die Kinder sitzen derweil im Zimmer und lesen bzw. kreuzworträtseln.

 

Donnerstag, 16. August 2007

 

Crikvenica, Kačjak

 

  • baden und faulenzen am Strand
  • kurz bevor wir wieder abhauen, rutscht Max auf Kieselsteinen aus und schlägt sich das Knie auf, danach ist er käsebleich – Schock
  • Jule und Max werden bei Marija abgesetzt
  • Jule verarztet Max
  • Papa und Mama fahren in den Plodine Flaschen abgeben und einkaufen
  • Später holen sie noch Geld für Marija

 

Freitag, 17. August 2007

 

Opatija

 

Wie immer lange gepennt, dann gefrühstückt. Langsam geht uns Marijas Fürsorge auf die Nerven („Fählt noch wass, ies alläs daa? Wollen Sie Ei? Noch Brrrot?“).

Mama schmiert 3 Brote zum Mitnehmen und packt alles in Stanniolpapier ein. Danach wieder aufs Zimmer und Papa schläft prompt noch mal ein. Maxe beendet seinen Harry Potter.

Gegen 12.30 Uhr brechen wir in Richtung Opatija auf. Auf dem Weg dahin durchqueren wir wiedereinmal das Zentrum von Rijeka. Nach ca. 1 Stunde Ankunft, noch mal eine gefühlte Stunde Parkplatzsuche. Schließlich Erfolg, aber etwas außerhalb des Zentrums und gebührenpflichtig (5 kn//h). Maxe mault rum, kann aber nach Kauf einer deutschen Auto-Zeitung ruhiggestellt werden. Insgesamt werden in dem Zeitungsladen fast 20.00 € gelassen(Süddeutsche, Vanity Fair[engl.], The Guardian[also in english]).

Dann Bummel durch Opatija. Papa findet die Jugendstil-Villen und die Parks drum herum interessant. In den schattigen Parks lässt sich gut rasten. Das Zentrum mit dem spektakulären Blick auf die Bucht vor Rijeka ist dann wieder stark Event-geprägt.

In einem Restaurant essen wir jeder einen Eisbecher und stürmen dann den nächsten Konzum. Vorher wurde noch Geld gezogen.

Opatija macht durch seine noblen Hotels und Spiel-Casinos insgesamt einen ziemlich mondänen Eindruck, störend wirkt sich der ungebremste Individualverkehr aus, ein generelles Problem in den kroatischen Küstenstädten.

Gegen 19.30 Uhr sind wir zurück und nach dem improvisierten Abendbrot auf unserem Balkon sehen Jule und Maxe sich zum ersten Mal in diesem Urlaub einen Film im Fernsehen an.

 

Sonnabend, 18. August 2007

 

Novi Vinodolski

 

Lange geschlafen, spät gefrühstückt, weitergeschlafen. Dann schon einige Sachen im Auto verstaut, denn morgen ist Abreise. 12.00 Uhr in Richtung Vinodolski (ca.15 km) aufgebrochen, wegen Stau lange gebraucht. Dann in Vinodolski Auto auf Parkplatz nahe neuer Marina abgestellt und Aufstieg zur Altstadt begonnen. Eine frische Brise weht vom Meer herüber. Viele winklige alte Gassen. Mama ist begeistert. Oben angekommen erwartet uns schöne vom Kfz-Verkehr befreite stari grad auf den Überresten einer im 18. Jahrhundert abgerissenen Frankopani-Burg.

Dann noch ein bisschen rumgelatscht und Fotos gemacht. Mama stürzt sich an einer felsigen Stelle in Hafennähe todesmutig in die Wellen der Adria.

Nachdem wir zurückgefahren sind halten wir Siesta und packen noch ein wenig. Außerdem hören wir kroatisches Radioprogramm. Jeder Titel ist Grand-Prix-verdächtig.

Um 17.00 Uhr machen wir uns auf zum Abstieg zu unserer Badestelle. Alle hüppen kurz rein und Maxe und Papa chartern ein Tretboot. Die beiden trampeln los Richtung Krk. Der Aktionsradius ist leider auf 500 m begrenzt. Ziemlich weit draußen begegnen wir einem rüstigen Schwimmer. Dem älteren Herren geht’s aber auf Nachfrage „gutt“ und wir müssen uns keine Sorgen um ihn machen.

Aus der Boots-Perspektive lässt sich unser Urlaubsort gut überblicken und wir finden doch tatsächlich unser „Haus Marija“.

Nach 1 Stunde geben wir das gelbe Tretboot wieder ab und beschließen die letzten Kunas in einem Restaurant auf den Kopp zu kloppen. Der erste Schuppen („Riviera“) wird nach kurzer Sitzprobe wieder verlassen, das nächste („Lanterna“) stellt uns dann auch in Bezug auf Sonnenuntergangskulisse vollkommen zufrieden (10 Punkte).

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