Paris 2012

Montag, 6. August 2012

6.30 Uhr aufgestanden. Mit Taxi-Schmuck Maxe erst nach Hennigsdorf gebracht und dann nach TXL zum Terminal D. Flug AirFrance 1435 – Abflug 10.05 Uhr, Ankunft Airport Charles de Gaulles 11.50 Uhr. Auf dem Flughafen kaufen wir uns für jeden eine 5-Tageskarte für alle öffentlichen Verkehrsmittel für 33,90 €. Mit RER und Metro sind wir dann gegen 14.00 Uhr in unserem Hotel im Stadtteil Malakoff (Stadtbezirk Vanves an der Grenze zum 14. Arrondissement). Das Zimmer ist ziemlich klein hat aber eine kleine Küche mit Herd, Kaffeemaschine und Mikrowelle. Und man sieht den Eiffelturm von unserem Fenster aus – aber nur ein Stück von der Spitze. In der Nähe des Hotels befinden sich ein Supermarkt, eine Post und diverse kleine Cafés. Die Metrostation der Linie 13 ist 10 min. Fußweg entfernt.

Nachdem wir geduscht und eine Stunde schlafen haben wird der Supermarkt aufgesucht. Der hat alles was man braucht und so werden wir in Paris ohne Restaurant-Besuch auskommen. Bisken was gegessen und dann mit Regionalbahn (war nicht nötig) und Metro ins Zentrum zur Station Etoile (Arc de Triomph). Die Insel mit dem Wahrzeichen in mitten des tosenden Kreisverkehrs kann über zwei unterirdische Tunnel erreicht werden, alles andere wäre lebensgefährlich. Den Triumpfbogen kann man für 9,50 € besteigen, wir überlegen nicht lange und entscheiden uns – dagegen. Der Blick ist auch so eindrucksvoll. Im Osten liegt am Ende der Avenue des Champs-Elysées der Place de la Concorde und die Tuilerien-Gärten, im Westen liegt Stadtteil La Defense mit einem noch viel größerem aber auch modernerem Triumpfbogen. Da steht jetzt gerade die Sonne. Wir umkreisen und durchqueren den Triumpfbogen einige Male und finden nach etwas Suchen auch den Eintrag „Iena“.

Anschließend laufen wir die gesamte Avenue des Champs-Elysées Richtung Osten. Der erste Teil wird hauptsächlich durch Nobel-Modeketten, Kinos und Restaurants bestimmt. Dann kommt der Regierungsteil mit dem Elysée-Palast und gegenüber Grand und Petit Palais. Der Place de la Concorde mit seinem Obelisken und den beiden Brunnen ist riesig. Als wir am Eingang die Jardin de Tuileries betreten, steht die Sonne ziemlich direkt und tief im Westen wogegen sich im Osten dunkle Wolken auftürmen. Dadurch bekommt der Louvre ein ganz besonderes Licht. Der Museums-Eingang (Pei-Pyramide) ist schon geschlossen aber die aufgestellten Warteschlangen-Leit-Absperrbänder geben uns einen Eindruck davon, was hier tagsüber so los sein muss. Susanne tun die Füße weh.

Wir fahren mit der Metro zurück zum Hotel, Mama telefoniert noch kurz mit Maxe und fällt dann ins Koma.

 

Dienstag, 07. Aug. 2012 (Silberhochzeit)

Fast bis 10.00 Uhr geschlafen. Nachdem wir gefrühstückt hatten, war es weit nach elf und wir sind mit unser M13 bis Montparnasse und dann in die M4 bis Station Cité. Die liegt genau auf der Insel Ile de la Cité. Man kommt genau vor dem Justizpalast hoch. Schönes Wetter aber massenweise Touristen. Vor dem Eingang der Kirche Sainte Chapelle – die älteste Kirche von Paris – eine Riesenschlange. Das gleiche vor Notre Dame. Wir umrunden Notre Dame und laufen an der Nordseite der Insel zur Conciergerie. Hier war die Schlange erfreulich kurz und wir kaufen uns zwei Tickets. Die Conciegerie war ein Teil des alten Königsschlosses und diente während der Französischen Revolution als Gefängnis. Hier befindet sich auch die Zelle, in der Marie-Antoinette ihre letzten Monate verbrachte. Sie wurde am 15. Oktober 1793 zum Tode verurteilt und am nächsten Tag guillotiniert.

Wir verlassen die Seine-Insel über eine der Brücken, deren Geländer mittlerweile alle mit hunderttausenden von Vorhängeschlössern versehen sind, und laufen in Richtung Panthéon. Hier im Quartier Latin befindet sich auch die Sorbonne, eine der drei ältesten Universitäten der Welt. Das Panthéon ist eigentlich eine Dankeskirche von Ludwig XV, die während der Revolution weitestgehend von christlicher Symbolik befreit wurde und seitdem als Mausoleum für die wichtigsten Franzosen dient, angefangen mit Jean Jaques Rousseau aber auch Voltaire, Victor Hugo, Emile Zola, Alexandre Dumas und Marie Curie liegen hier. Die Gebeine befinden sich alle in einer weitläufigen unterirdischen Krypta. In der imposanten Kuppel oberhalb hängt ein Pendel, das durch die Erdrotation wie eine Uhr funktioniert. Auf den Stufen des Panthéon verzehren wir unser mitgebrachtes Baguette.

Da der Eiffelturm von hier aus zu sehen ist, beschließen wir dorthin zu laufen und laut Stadtplan liegt auf dem Weg der Invaliden-Dom, in dem Herr Bonaparte ruht. Zuerst durchqueren wir aber den Jardin du Luxembourg, ein sehr schöner aber auch riesiger Park, in dem es sich die Pariser gut gehen lassen. Dazu gehört ein Schloss. Nach Verlassen des Parks irren wir durch einige Gassen des 7. Arrondissements und erreichen schließlich den Invalidendom. Auch hier wieder so viele Touristen, dass es mir zu viel wird. In den Dom kommt man nur zusammen mit einer Eintrittskarte zum Armeemuseum (9,- €). Wir verzichten und laufen weiter Richtung Eiffelturm. Eine Besteigung erübrigt sich angesichts der Warteschlangen an den Kassen. Wir machen auch hier unsere Fotos von dem Wahrzeichen und besteigen am nahen Kai ein Passagierboot zur einstündigen Fahrt auf der Seine. Die Lautsprecherdurchsagen erfolgen auf französisch, englisch und spanisch. Wir fahren durch viele Brücken und vorbei an diversen Gebäuden, von den uns viele schon ein Begriff sind – erfahren aber auch viel Neues.

Zurück zum Hotel, geabendgebrotet und noch mal den nahen Intermarché besucht. Es ist nun schon kurz vor 21.00 Uhr und wir fahren noch mal Richtung Innenstadt, und zwar diesmal nach Montmartre. Das Moulin Rouge wollten wir wenigstens einmal von außen gesehen haben. Eintrittskarten gibt es ab 175,- €. Hinter dem berühmten Revue-Theater beginnt das Rotlichtviertel, das bis zum Place Pigalle reicht und jetzt in der Nacht entsprechend beleuchtet ist. Auch hier viele Touristen. Wir steigen in die Metro und fahren bis zur Station Anvers, von wo eine Standseilbahn zur Kirche Sacre Coeur hochfahren soll. Meine Befürchtung, dass die Funiculaire um diese Zeit nicht mehr fährt, erfüllt sich Gott sei dank nicht und wir sind kurze Zeit später auf dem höchsten Punkt von Paris mit einem atemberaubenden Ausblick auf die nächtliche Metropole. Und hier steppt der Bär! Die Atmosphäre erinnert an die Spanische Treppe in Rom. Wir setzen uns auf die Stufen der Basilika und trinken mitgebrachten Wein und eine Büchse Bier. Ein schöner Sommerabend über Paris!

Nach kurzem Foto-Zwischenstopp auf der nächtlichen Avenue Des Champs Elysées sind wir um 23.30 Uhr wieder zurück im Hotel.

 

Mittwoch, 08. August 2012 – Versailles

Wieder fast bis 10.00 Uhr gepennt aber dann ohne Frühstück mit M13 zur Station Invalides und von dort mit der RER Linie C nach Versailles –Rive Gauche. Die Reise dauert ca. eine halbe Stunde (zu Fuß waren es damals 6 Stunden und eine königliche Kutsche brauchte immerhin 2 Stunden). Bis zum Schloss sind es dann noch 10 min Fußweg. Im Schlossvorhof mäandert eine riesige Menschenschlange. Mir reicht es schon wieder. Wir wollen eigentlich nur in den Schlossgarten. In einem nahen Café trinke ich eine halbvolle Tasse Kaffee für 4.00 € und Susanne einen Café Créme für den gleichen Preis. Dann benutzen wir jeder das Klo des Cafés. Wir umrunden das Schloss rechter Hand und stehen mit einem Mal mutterseelenallein vor einem weit geöffneten Parktor – und schon sind wir drin.

Schloss und Park Versailles waren ja Vorbild für viele europäische Barock-Anlagen aber hier ist alles eine Nummer größer. Dummerweise sind die Brunnen-Fontänen nicht an, das sind sie nur am Wochenende wie wir später erfahren. Wetter ist super. Aufgrund der Größe des Parks verlaufen sich die Menschenmassen. Auf dem Grand Canal kann man Ruderboote ausleihen. In der Nähe des Grand Trianon – ein etwas abseits gelegenes Lustschlösschen von König Ludwig XIV – legen wir uns in den Schatten der großen Bäume und schlummern ein wenig. Kurz vorher hatten wir eine kleine Broschüre mit Daten und Fakten über Versailles gekauft in der wir dann ein bisschen lesen. Das nahe gelegene Schlösschen Petit Trianon war das Refugium von Marie Antoinette. Wir laufen weiter durch die Anlagen, deren kunstvoll und akkurat geschnittenen Hecken bestimmt 5 Meter hoch sind. In den Schnittpunkten der diversen Wegeachsen befinden sich immer irgendwelche Brunnen oder Skulpturen oder Brunnen mit Skulpturen oder künstliche Grotten. Manche sind leider nicht zugänglich.

Einige Besucher benutzen die Parkbahn und andere wiederum mieten sich eine Art Golf-Caddy um alles zu erkunden, aber beides kommt für uns nicht in Frage, wir latschen alles tapfer ab.

Gegen 17.30 Uhr sind wir wieder am Schloss und da jetzt überhaupt keine Schlangen mehr vor den Ticketschaltern stehen, kaufen wir uns zwei Eintrittskarten für das Schloss. Wenn man schon mal hier ist, sollte man diesen gerade auch für die deutsche Geschichte bedeutsamen Ort auch von innen besucht haben. Nach diversen königlichen An-, Umkleide- und Schlafgemächern kommt man in den berühmten Spiegelsaal. Sehenswert!

Zurück in Malakoff benutzen wir erstmals kurz den hoteleigenen Swimmingpool, kaufen schnell Brot, Wasser und Bier und gehen schlafen. Mama schreibt noch etliche Ansichtskarten. Irgendwann kriegt sie das mit Bonjour, Bonsoir, Merci, Au revoir usw. auch noch auf die Reihe und sagt nicht immer Bon Aqua…

 

 

Donnerstag, 09.08.2012

Heute noch länger geschlafen und dann mit M13, M6 und M2 zum Friedhof Pére Lachaise, ein wirklich einzigartiger Friedhof auf dem zudem auch viele Persönlichkeiten ihre letzte Ruhe gefunden haben. Die Einzigartigkeit ergibt sich nicht zuletzt daher, dass hier alle Konfessionen durcheinander lagern. Neben Jüdischen Gräber stehen russisch orthodoxe, katholische und fernöstliche. Manche Schreine sehen aus wie kleine Kirchen und alles zusammen wirkt eher wie eine mittelalterliche Stadt. Man kann hier stundenlang umherlaufen und findet immer wieder etwas Ungewöhnliches. Von den Prominenten finden wir nur Honoré de Balzac und Oskar Wilde, da wir keinen wirklichen Plan haben.

Nach 3 Stunden verlassen wir den Friedhof und steigen an der Station Auguste Philipe in die Metropolitain bis zur Station Nation. Von dort mit RER Linie A zum Stadtteil La Defense. Hier erwartet uns ein ultramoderner Wolkenkratzer-Komplex gegen den der Potsdamer Platz in Berlin wie ein Kuhdorf aussieht. Um einen sehr großen Platz, der eine Verlängerung der Achse Avenue des Champs-Elyssées darstellt, gruppieren sich futuristische Hochhäuser und ein großer Daumen. Im Zentrum steht L’Grande Arche, ein riesiger offener Kubus, den man z. Z. leider nicht besteigen kann. Aber auch von seinem Fuß aus auf einer gigantischen Treppe hat man einen kolossalen Blick bis zum Arc de Triomph. Einige der Bauten am Platz sind natürlich Shopping Center, und die sehen innen genauso aus wie bei uns oder irgendwo sonst auf der Welt. Gekauft haben wir nichts. Mit der Metro fahren wir zum Place de la Bastille, wo anstellen des Gefängnisses jetzt ein modernes Opernhaus steht, vor dem ein paar Punker mit ihren Hunden rumlungern. Nach dem wir in einem McDonald Wasser und Cola gekauft und im Schatten getrunken haben umrunden wir den Platz zu drei Vierteln und laufen die Rue de Antoine/Rue de Rivoli bis zum Hotel de Ville. Dort in der Nähe befindet sich auch das Centre Pompidou mit seiner eigenartigen Architektur. Wie vor zwölf Jahren fahren wir in der Plexiglas-Röhre an der Außenfassade bis nach ganz oben und haben einen tollen Blick über die Dächer von Paris. In der Röhre ist es ganz schön heiß, weil die Sonne scheint, weswegen wir nach ein paar Fotos wieder runterfahren. In zwei Shops werden die ersten Souvenirs gekauft.

Danach geht es zurück zum Hotel natürlich nicht ohne vorher im Intermarché vorbei zu schauen.

 

Freitag, 10.08.2012

Heute schon um 9.00 Uhr aufgestanden, gefrühstückt, Sachen gepackt, noch mal schlafen gelegt und gegen 11.30 Uhr ausgecheckt. Wir fahren erst mit unserer Bagage zum Bahnhof Chatelet aber hier kann man kein Gepäck einlagern. Deswegen geht’s weiter bis Gare du Nord. Dort gibt es ein Gepäck-Aufbewahrungssystem, das man aber erst nach Security Check betreten kann. Wir lassen unseren Koffer und die größeren Taschen im Schließfach und erkunden die nähere Bahnhofsumgebung. Bei McDonalds Eis gegessen bzw. Cola getrunken und das Klo benutzt. Danach kommen wir zu einem urigem Wochenmarkt, der in einer Jugendstilhalle abgehalten wird. Ein Blick auf die Karte zeigt uns, dass wir gar nicht soweit von Montmatre entfernt sind, und da wir noch jede Menge Zeit bis zum Abflug haben, laufen wir bis Station Anvers und fahren mit der Funiculaire zur Kirche Sacre Coeur hinauf, diesmal bei Tageslicht. Natürlich sind wir auch jetzt nicht allein. In der Kirche wird eine kurze Andacht gehalten und auf den Stufen davor schreibt Susanne ihre letzten Ansichtskarten. Die letzten Mitbringsel kaufen wir beim Abstieg. Kurz nach 15.00 Uhr fahren wir mit RER Linie B zum Flughafen Charles de Gaulle und starten pünktlich 18.45 Uhr Richtung Heimat.

In Berlin ist es grau und regnerisch…